Kaiserslautern – Menschen begeistern und zum Nachdenken bringen

Saisonstart am Pfalztheater Kaiserslautern
„Einem Rauswärtsspiel folgen viele Produktionen im Pfalztheater“, kündigte der künstlerische Direktor Johannes Beckmann beim Start in die neue Theatersaison im Hinblick auf die derzeitige Sanierung im Großen Haus an, das ab Ende Oktober wieder bespielbar sei. „Die Spielzeit stellt angesichts großer Verunsicherungen in der Gesellschaft eine große Herausforderung für uns alle dar.“ Das Theater habe die Aufgabe, die Gestaltbarkeit des Lebens vorzuführen. Dazu gehörten „Mut und Lust, aus der eigenen Babbel herauszuschauen“. Tschechows Schauspiel „Drei Schwestern“ und die Operette „Gräfin Mariza“ würden den Umgang mit Veränderungen der Gesellschaft zeigen. „Wir als Theater müssen ein Ort sein, wo das Gute und Böse nicht apodiktisch feststeht, sondern eine Streifkultur und die Suche nach Lösungen gelebt wird“, so Beckmann. Das Theater müsse jene auffangen, die abstürzten, und das Gleichgewicht wiederherstellen. Es wolle beides berücksichtigen: das Lachen und Weinen, das Unterhalten und Herausfordern.
Betriebsdirektorin Marlies Kink wünschte sich, „dass alle viele Gipfelmomente erleben, dass wir aufeinander achten und dass viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu uns kommen“. Am Herzen liege ihr das Thema „Nachhaltigkeit“, weshalb am Ende der vergangenen Spielzeit eine Klima-Arbeitsgruppe gegründet worden sei. Auch Verwaltungsdirektorin Simone Grub hofft auf eine „gute, erfolgreiche und kollegiale Zusammenarbeit“ in der Saison. Leider sei bislang noch kein Pächter für die Theatergastronomie gefunden, sie kündigte aber weitere Gespräche diesbezüglich an. Die Restaurierung der Bestuhlung im Großen Haus sei abgeschlossen, die Sanierung der Hauptbühne und die Erneuerung der Teppichböden in den Foyers und auf den Treppen seien noch nicht ganz abgeschlossen. Sie dankte dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder, dass es ihm gelungen sei, eine Zusage für die Finanzierung des Wasserschadens zu erhalten.
„Sie alle haben mit Ihrer Profession die Chance, Menschen anzusprechen, zu begeistern und sie zum Nachdenken zu bringen“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder zu den über 300 Pfalztheater-Beschäftigten vor und hinter der Bühne. Damit könnten sie der Verunsicherung, den Sorgen, dem Hass und Unmut entgegentreten. Das Theater könne die Vielfalt zu leben zeigen, das heiße, dass jeder und jede den Anspruch auf den Respekt der anderen habe. „Nur in einer freiheitlichen Gesellschaft kann das Theater Vielfalt leben.“ Die Menschen hätten in unserer Gesellschaft das Recht, frei und ohne Angst zu leben. „Menschen, die dies stören wollen, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, so Wieder. Das Finanzierungsmodell des Pfalztheaters aus Land, Stadt Kaiserslautern und Bezirksverband Pfalz, sei das stabilste, das man sich vorstellen könne. Mit dem Bezirksverband Pfalz als Träger habe man den Auftrag einer ganzen Region, stünden hinter dem Regionalverband doch alle kreisfreien Städte und Landkreise der Pfalz. Nach 20 Jahren verabschiedete er sich als Bezirkstagsvorsitzender, versprach aber, dem Pfalztheater auch in Zukunft als Besucher treu zu bleiben.
„Willkommen zu Hause“, so begrüßte der Personalratsvorsitzende Martin Schild die Beschäftigten und neuen Kolleginnen und Kollegen. Er dankte Theo Wieder im Namen der Personalvertretung und der gesamten Belegschaft für sein unermüdliches Engagement in den zurückliegenden 20 Jahren. Michael Krauß, Vorsitzender der Freunde des Pfalztheaters, führte vor Augen, dass „die Lauterer ihr Theater lieben“. Es sei wichtig, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass „das Publikum ins Theater geht“. Es wünsche sich keine moralische Anstalt, wolle zwar durchaus zum Nachdenken angeregt, aber auch unterhalten werden, um sich vom Alltag zu erholen. Neben den kritischen Stücken, seien auch Werke, die „die Seele streicheln“, bedeutsam. Der neue Spielplan biete „eine gute Balance für tiefgreifende Auseinandersetzung und gute Unterhaltung“.
Abschließend stellte das dreiköpfige Direktorium die 19 neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie diejenigen 18 vor, die bereits im Laufe der Spielzeit 2023/24 ans Pfalztheater gekommen sind. Neu ist auch der Zweite Kapellmeister Massimiliano Lezzi als Nachfolger von Anton Legkii, der zum Nationaltheater Mannheim wechselte.
Aktuelle Beiträge
31. März 2025
30. März 2025
Events
St. Wendeler Ostermarkt
3. April 2025 - 11:00 Uhr bis 6. April 2025 - 19:00 Uhr
-Werbeanzeige-
-Werbeanzeige-
BUNT GEMISCHT
19. Dezember 2022
4. Januar 2025
3. Juli 2023
28. Juli 2023
25. Juli 2023
15. Januar 2021
17. Juli 2023
11. Oktober 2024
12. Mai 2023
18. Februar 2022
11. November 2024
23. Oktober 2024
14. Dezember 2024
5. April 2023
8. Mai 2023
29. September 2023
15. Juni 2023
20. April 2021
6. Juli 2023
20. November 2024
20. Juni 2023
13. August 2023
22. Februar 2021
13. Oktober 2024
30. September 2024
23. Dezember 2024
27. März 2025
4. April 2020
12. April 2024
11. Oktober 2023
20. Juli 2023
16. November 2023
17. Januar 2025
11. September 2024
21. Mai 2024
12. Januar 2024
17. Januar 2025
20. Januar 2025
29. Juli 2024
9. Mai 2024